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Die neuesten Entwicklungen der politischen Lage in Guinéa

Sr. Rudolfine berichtet:

Endlich komme ich dazu Euch etwas Positives über die Entwicklung der politischen Lage in Guinéa berichten. Ich versuche einen kurzen Überblick zu geben:

Die lang immer wieder mit Schwierigkeiten verschobene Wahl konnte endlich, nach so manchen Kämpfen, unter der Leitung einer ausländischen und neutralen Aufsicht vorgenommen werden. Der bessere Kandidat hatte dann auch Erfolg. Die Gegner haben vom Obersten Gericht eine erneute Prüfung des Wahlergebnisses verlangt und dieses hat die Wahl für rechtmäßig erklärt.
Während der langen Wartezeit und durch die Erklärung eines Ausnahmezustandes konnten sich die Gegner ein wenig beruhigen. Verhandlungen wurden mit den gegnerischen Parteien aufgenommen und der gewählte Präsident konnte seine Arbeit im neuen Amt aufnehmen. Inzwischen ist Guinéa offiziell eine Demokratie und im Land ist es ruhiger geworden. Eine Guinéanerin, der wir in Regensburg Studium und Berufsausbildung ermöglichen konnten, sagte mir: "Keiner hat geglaubt, dass das ohne Bürgerkrieg möglich wird. Das ist ein reines Wunder!"

Ich glaube, dass auch der jetzige Kardinal Sarah durch sein Gebet und seine Haltung dazu beigetragen hat:
Unter der Diktatur von Sekou Toure wurde der einheimische Bischof von Conakry sehr stark verfolgt: bis zum Hals begraben, etwas später in eine Zelle gesperrt, in der er weder liegen noch stehen konnte etc.... Alle Missionare und ausländischen Priester mussten das Land verlassen.
Der Orden der Spiritaner, dem der Bischof angehörte, konnte ihn mit allen Mitteln sehr lange nicht aus der Gefangenschaft herausbekommen - erst als er am Ende seiner Kräfte war. Dann hat Rom einen jungen einheinmischen Priester namens Sarah gebeten, ob er bereit wäre unter diesen Umständen die Nachfolge des Bischofs anzutreten. Er hat dies mit dem Bewusstsein angenommen, dass es ihm sicher auch an den Kragen gehen wird. Er stand dann auch öffentlich gerade zu seinem Glauben und hat für einen menschlicheren Umgang mit dem Volk plädiert, denn sowohl Moslems als auch Christen haben sehr unter dieser Diktatur gelitten!
Eines Tages erfuhr Erzbischof Sarah durch einen Bekannten, dass ihn Sekou Toure vehaften lassen will. Ein Tag bevor er abgeholt werden sollte kam dieser Diktator durch ein "Flugzeugunglück !!!......" ums Leben. Das ganze Volk hat aufatmet, denn Moslems wie Christen schätzten ihn sehr: Wenn er eine Weihnachtsansprache im Radio hielt, haben alle Moslems auf ihn gehört. Bei der jährlichen Diozesanswallfahrt gingen auch die Moslems mit dem Bischof mit.
Vor ein paar Jahren wurde er nach Rom gerufen, wo er vor ein paar Monaten zum Kardinal erhoben wurde.
Während der verschiedenen Probleme bezüglich Regierung, Wahlen, etc. haben die Leute gesagt, dass die ganze Sache unter der Leitung einer neutralen Person vorgenommen werden sollte und wollten sogar den Erzbischof Sarah aus Rom holen - so sehr haben sie ihn geachtet. Das konnte er aber leider nicht annehmen. Er sagte, dass er jeden Tag für Guinéa betet. Nachdem er Kardinal wurde hat er Guinéa für 14 Tage besucht - es war gerade nach der Wahl. Das ganze Volk hat gejubelt und auf ihn gehört! Er hat Ansprachen gehalten, die sicher auch zum Frieden geführt haben und hat ganz persönlich den Gegner besucht und sich mit ihm unterhalten.


Der neue Präsident scheint Ähnlichkeiten mit "Mandela" in Süd-Afrika zu haben. Wir können jetzt nur hoffen und beten, dass er es schafft!

Bei dieser Gelegenheit sende ich Euch noch die Bilder zur Ankunft unseres Containers in Conakry und viele dankbare Grüße von Pater Stefan an alle Mitglieder von Hoffnungsstern und an alle, die uns beistehen!

Liebe Grüße
Sr. M. Rudolfine

 

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